|
WIE BAU ICH MIR EINE STEADYCAM??????
Okay, ich geb's zu! Dieses Tutorial zum Thema Steadycam stammt nicht von mir!!!!!
Aber dafür erzähle ich jetzt mal, was überhaupt eine Steadycam ist!
Also, nehmen wir an, wir wollen eine Zu Fuss - Verfolgungsjagd inszenieren,
wie wird aber die Kameraführung
bewältigt ohne das dem Zuschauer vor lauter Bildgewackel schlecht wird??
einen Dolly benutzen?? NEIN!! der währe VIEL zu langsam.... und mit einer
Schulterkamera?? Nee, das würde dann
wieder wie SAU wackeln, und der Kameramann würde auch nicht besonders viel
Bewegungsfreiraum haben!!!
Also, wir brauchen etwas das die Schritte des Kameramannes unbemerkbar macht, etwas was
man für schnelle
Kamerafahrten einsetzen kann, ... eine Steadycam!!!
Die Steadycam schwebt förmlich, sie gleitet dahin ohne das sich die Schritte des
Kameramannes im Bild bemerkbar
machen!!! Nun, sehen wir eine Steadycam auf dem Bild und lesen uns das Tutorial durch,
gell!!!
Also:
Ein Artikel erschienen im WDR Computer Club hat Jochen Anderweit für uns ausgegraben.
Soweit ich
Herrn Anderweit verstanden habe hat er dieses Stativ bereits gebaut. Wenn ihr also Fragen
habt steht
Euch Herr Anderweit unter : Anderweit@online.de zur Verfügung. Doch nun viel Spaß beim
Lesen.
Etwas mehr Mühe macht der Bau dieses Stativs, das aber dafür die Möglichkeiten, die
Steadycam JR
bietet, erahnen läßt. Hier wird durch Ausgleichsgewichte die Kamera so austariert, daß
sie zu schweben
scheint. Der Bau ist an einem Abend durchzuführen, wenn Sie alle benötigten Teile
erwerben konnten.
Voraussetzung für den Bau ist ein Kugelgelenk (besser wäre ein Kardangelenk), das die
Verbindung von
Handgriff und Stativ darstellt und überaus leichtgängig sein muß. Ohne dieses Lager
können Sie den
Nachbau nicht verwirklichen. Nach langem Suchen wurden wir im Fotozubehörhandel fündig,
dort werden
solche Kugellager in Verbindung mit Tischklemmstativen vertrieben, die dann, wenn sie
nicht zu klobig
ausfallen, gleich als Griff dienen können. Da so ein Tischklemmstativ schon für
25, DM erhältlich ist,
kostet der gesamte Nachbau nur 50, - 70, DM. Zusätzlich benötigen Sie noch
vier Aluminium U-Profile
mit 3mm Wandstärke und den Maßen 30x40x30mm. Die Längen dieser Teile sind: 10cm (2
Stück), 14 cm
und 25 cm. Sie können diese meist direkt zuschneiden lassen. Wenn Sie stabile
Kunststoffprofile erhalten
können, sind diese auch verwendbar. Verbunden werden die Profile durch Gewindeschrauben
M5 in 50mm
Länge. Die Konstruktion und die zu erreichenden Winkel werden aus der Zeichnung
ersichtlich.
Ausgleichsgewichte (Gardinenbleischnur, Angelgewichte o. ä.) befinden sich im untersten
Segment
(Hauptgewicht) und im Bereich der vordersten (etwa 1/6 des Hauptgewichtes) Verbindung.
Diese muß für
späteres Justieren beweglich gehalten werden. Entscheidend ist die Auslegung des obersten
Segmentes,
das bei größeren Kameras unter Umständen etwas länger sein muß. Der Griff wird etwa
3cm vom hinteren
Ende befestigt. Hierzu dient eine Wechselplatte mit Innengewinde. Zwischen Kugellager und
Wechselplatte kann ein Winkeleisen eingefügt werden, das die Führung des
Stativs vereinfacht. Am U-Profil wird die Wechselplatte mit einer ¼-zölligen Mutter
befestigt.
Da Kameras häufig ihren Schwerpunkt neben der Befestigungsbohrung haben, ist durch eine
Platte die Möglichkeit einer leicht versetzten Anbringung gegeben. Wir haben die Platte
für verschiedene Kameras ausgelegt und verwendeten daher ein 2mm starkes Lochblech von
12x5cm. Dieses Blech wird derart befestigt, daß sich die Befestigungsschraube des
Camcorders auf dem U-Profil abstützt. Etwas mühevoll ist das Austarieren des Stativs.
Dies muß aber für Ihre Kamera nur einmal gemacht werden. Gehen Sie zunächst von 200g
Bleichschnur (ca. 3,4m) im unteren Segment aus, die Sie um zwei Schrauben wickeln. Dann
befestigen Sie Ihre Kamera am Stativ und beobachten Sie das Verhalten. Wenn die Kamera
kippt, ist der Schwerpunkt oberhalb des Kugelgelenks. Schwenken Sie das lange Segment um
die vorderste Verbindung etwas nach unten, müßte die Kamera stehen bleiben. Steht das
Stativ etwas schräg, kann durch Schwenken der Kamerabefestigung justiert werden. Die
richtige Einstellung haben Sie gefunden, wenn die Kamera nach einem bewußten Auslenken
ganz langsam in die Ruhelage zurückkehrt. Der Schwerpunkt des Stativs mit Kamera befindet
dich dann knapp unter dem Kugellager. Das Filmen mit Führstativen erfordert natürlich
ein wenig Übung, aber Sie werden die neuen Möglichkeiten sehr schnell ausloten.
Nachteile gegenüber Steadycam JR sind der fehlende Monitor, der aber nachgerüstet werden
könnte, und die eingeschränkte Beweglichkeut des Kugelgelenks. Sie müssen sich immer
bemühen, den Griff möglichst senkrecht zu halten, er läßt sich nur ca. 20 Grad zur
Seite neigen. Dennoch bereitet das Filmen mit diesem Stativ sehr viel Freude.(Quelle: WDR
Hobbytip der Hobbythek Nr. 216 "Fernsehen und Video selbstgemacht", Seite 29f.)
Anmerkungen: Ich (NICHT Daniel C. Bernath!!!) habe den Nachbau für meine
Sony DCR-VX 1000E verwirklicht und dabei folgendes abgeändert: Das oberste Segment ist
14cm lang. Da der Schwerpunkt der VX 1000 exakt auf dem Stativgewinde liegt, befestige ich
die Kamera mit Hilfe einer Schnellspannplatte, die ich direkt auf das oberste Profil
geschraubt habe (etwa 5cm vom hinteren Ende). Als Gelenk konnte ich in Dutzenden von
Geschäften kein Kardangelenk auftreiben. Dafür nehme ich einen "Blitzneiger"
aus demFotofachgeschäft. Mit der Schraube des Gelenks habe ich durch das Aluminium die
Schnellspannplatte festgeschraubt. Ein handelsüblicher Griff läßt sich jetzt ohne
Probleme per ¼"-Schraube oder Fotoschuh am Blitzneiger befestigen. Die Profile mit
den Kantenlängen 3x3x3cm und 2mm Dicke konnte ich in einem Fenstergeschäft finden, da
Baumärkte so große Profile nicht führen. Wegen des hohen Gewichts des Kamera, mußte
ich unten entsprechend Blei befestigen, was den gesamten Bau zu einer äußerst (!)
schweren Angelegenheit macht!