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Das Problem:
Aussenaufnahmen stehen auf dem Drehplan. Draussen
ist es windig. Ihr habt aber kein Geld um euch einen Windjammer zu kaufen.
Was sollt ihr also tun??
Windschutz
Der Grund für
die unschönen Windgeräusche liegt darin, daß sich der Wind
in den Schlitzen und Gittern des Mikrofons fängt, und dort
verwirbelt wird.
Man versucht also zu erreichen, daß um das Mikrofon herum Windstille
herrscht.
Gut geeignet
als "Verstärkung" für den Schaumstoff-Windschutz ist ein Wollkneul
(frisch vom Händler, also noch einigermaßen
ordentlich und
vor allem dicht aufgerollt). Baumwolle/Viskose hat sich als besonders gut
erwiesen, da es durch die "wolligen" Fasern
dem Wind mehr
Widerstand entgegensetzt als glatte Kunstfasern.
Ein anderes
Hilfsmittel stellt die "Klorolle" dar: ein Papp- oder Plastikrohr, in das
das Mikrofon hineingesteckt wird und mit
Gummibändern
befestigt wird. So wird zumindest der seitliche Wind abgeschattet. Da aber
Pappe oder
besonders Plastik
sehr dicht sind, wird auch der eigentlich gewollte Ton sehr stark abgeschwächt.
Wenn es nur
um Atmo-Töne geht, dann kann man auch ein externes Mikro nehmen und
dieses in einen
Windschatten
legen (Baum, Sandhaufen, Treibgut). Nimmt man ein kleines Lavalier- (Ansteck-)Mikro,
dann braucht
man natürlich nur einen kleinen Windschutz.
Allgemein: zur Nutzung des Stereokanals und
der Aussteuerung eines Camcorders:
Mehrspuraufnahmen
Die Videokamera
hat einen Stereoton. Das heißt aber nicht, daß man die beiden
Tonspuren (rechts, links) immer nur für den
Stereo-Effekt
benutzen muß. Mit einem entsprechenden Adapter kann man zwei Mono-Mikrofone
anschließen. Nun kann man z.B. mit
einem Mikrofon
die Musikkapelle (Richtmikrofon) und mit dem anderen (Lavalier in Blumentopf)
den Gesprächston am Gasthaustisch
aufnehmen. Oder
man nimmt mit einem Mikrofon die gesamte Band und mit dem zweiten Mikrofon
ein besonders leises Instrument noch
einmal einzeln
ab. Beim Schneiden kann man dann mit dem Mischpult die Tonverhältnisse
so abmischen wie man es will.
Gibt es einen
Atmo-Ton, der nicht unbedingt mit dem Bild synchron sein muß, dann
kann man auch einen Walkman (der Recordfähig ist)
einsetzen. (z.B.
Führer im Museum, Wellengeräusche)
automatische Aussteuerung
Das Hauptübel
bei den Consumer-Camcordern ist die automatische Tonaussteuerung. Sobald
ein lautes Geräusch auftritt, stellt die
Kamera den Ton
leise und regelt ihn erst langsam wieder laut. So entsteht ein "Pumpen",
das den Ton bis zur Unkenntlichkeit entstellen
kann (Hämmern,
lautes Treppensteigen, rhythmisches Klatschen).
Selbiges gilt
auch im umgekehrten Fall: bei leisen Stellen wird der Ton verstärkt,
und die Umgebungsgeräusche oder das Grundrauschen
tritt störend
hervor. (z.B. Sprechpausen beim Interview)
Hat man keine
Möglichkeit der manuellen Tonaussteuerung, dann hilft nur Aufpassen
beim Filmen: Treppe leise steigen, beim Interview
in eine leise
Umgebung gehen, Richtmikrofon verwenden.